TopohneBild
blockHeaderEditIcon
Menu
blockHeaderEditIcon
DEFAULT : Hausgeldabrechnung gleich Nebenkostenabrechnung?
22.02.2016 10:00 (768 x gelesen)



Hausgeldabrechnung gleich Nebenkostenabrechnung?

Was Sie als Eigentümer beachten sollten

Einmal jährlich erstellt der Hausverwalter die Gesamt- und Einzelabrechnungen und legt sie den Eigentümern zur Beschlussfassung in der Eigentümerversammlung vor. Da in den Einzelabrechnungen die auf die jeweilige Wohnung bzw. Gewerbeeinheit entfallenden Kosten genau aufgeschlüsselt sind, verwenden vermietende Eigentümer diese Hausgeldabrechnung häufig für ihre Mieter. Nicht selten reichen sie diese jährliche Hausgeldabrechnung lediglich mit der Bitte an den Mieter weiter, die Zahlung vorzunehmen. Die Vermieter übersehen hierbei, dass es sich bei diesen im Rahmen der Wohnungseigentümergemeinschaft beschlossenen Einzelabrechnungen nicht um Betriebskostenabrechnungen im Sinne des Mietrechts handelt.

Bei vermietetem Wohnraum vereinbaren die Mietvertragsparteien üblicherweise, dass der Mieter die Betriebskosten trägt. Betriebskosten sind die Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück oder durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Gebäude laufend entstehen. Allerdings gilt für die Aufstellung der Betriebskosten die Betriebskostenverordnung. Hiernach gehören zu den Betriebskosten beispielsweise nicht die Kosten der Verwaltung und des Geldverkehrs. Diese sind aber in den wohnungseigentumsrechtlichen Hausgeldabrechnungen enthalten, gleichwohl die meisten Verwalter diese gesondert als „auf den Mieter nicht umlegbare Kosten“ ausweisen. Das Mietrecht sieht vor, dass für die Betriebskosten mangels anderweitiger Vereinbarung die Umlage nach dem Anteil der Wohnfläche zu erfolgen hat, mit Ausnahme der verbrauchsabhängigen Betriebskosten. In den jährlichen Einzelabrechnungen der Eigentümergemeinschaft werden die Kosten des Eigentums aber in der Regel nach Miteigentumsanteilen umgelegt. Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des 12. Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Da nach Ablauf dieser Frist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter grundsätzlich ausgeschlossen ist kann die bloße Weiterreichung der jährlichen Hausgeldabrechnung an den Mieter dazu führen, dass der vermietende Eigentümer einen Nachzahlungsanspruch nicht realisieren kann, weil er die formalen gesetzlichen Vorgaben nicht beachtet hat.

Jeder vermietende Eigentümer sollte sich zur Meidung möglicher Rechtsnachteile fachlich fundierten Rat einholen, wenn er sich nicht sicher ist wie die Betriebskostenabrechnung zu erstellen ist, bzw. wenn er bisher in der beschriebenen Art und Weise verfuhr.

Rechtsanwältin Dr. Britta C. Fiedler, Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Fachanwältin für Arbeitsrecht


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
Fusszeile
blockHeaderEditIcon
© Konzeption & Internetgestaltung: onewin-media • login • W.I.N.-Zertifikat: 1-5-4719 • Webmail • WBSDatenschutz
Bottom_Bild
blockHeaderEditIcon
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
*