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DEFAULT : Rechtsanwalt-Fachanwalt-L.L.M.-Tätigkeitsschwerpunkte-Interessensschwerpunkte
15.09.2014 16:19 (919 x gelesen)



Rechtsanwalt – Fachanwalt – LL.M. – Tätigkeitsschwerpunkte – Interessenschwerpunkte

Oder: Wie finde ich den richtigen Rechtsanwalt?

Mit seiner Zulassung ist der Rechtsanwalt berechtigt, auf allen Rechtsgebieten tätig zu werden. Ob er sich hierbei auf bestimmte Rechtsgebiete beschränkt, obliegt seiner eigenen Entscheidung. Die Bundesrechtsanwaltsordnung schreibt zwar vor, dass der Rechtsanwalt verpflichtet ist, sich fortzubilden. Eine Überprüfung dieser Fortbildungsverpflichtung findet jedoch nicht statt. Natürlich wird der gewissenhaft arbeitende Rechtsanwalt daran interessiert sein, sich fortzubilden und die sich ändernde Rechtsprechung zu verfolgen, insbesondere in den Rechtsgebieten, in denen er tätig ist.        Teilbereiche seiner Berufstätigkeit (Interessen– und Tätigkeitsschwerpunkte) darf der Anwalt nur angeben, wenn er entsprechende Kenntnisse auf den genannten Gebieten nachweisen kann, die er z. B. in seiner Berufstätigkeit oder durch Veröffentlichungen erwerben konnte. Dies kann der Mandant in der Regel nicht überprüfen. Er muss sich auf die Richtigkeit dieser Angaben verlassen. Von Interessen- oder Tätigkeitsschwerpunkten sind qualifizierende Zusätze zu unterscheiden. Immer häufiger findet man die Bezeichnung LL.M. auf dem Kanzleischild des Anwaltes. Die Bezeichnung steht für Master of Laws. Diesen Abschluss kann der Anwalt nach einer einwöchigen Weiterbildung mit Masterarbeit und Klausuren erwerben.

Verfügt ein Rechtsanwalt über zusätzliche besondere Kenntnisse in einem Rechtsgebiet kann er Fachanwalt werden. Die notwendigen besonderen theoretischen Kenntnisse erwirbt er in einem anwaltspezifischen Lehrgang, der mindestens 120 Stunden beträgt. Seine Kenntnisse muss er durch zu bewertende drei Klausuren nachweisen. Dass er tatsächlich über die notwendigen Erfahrungen auf dem Rechtsgebiet verfügt hat er durch die Vorlage von ihm selbst bearbeiteter Fälle nachzuweisen, die nicht älter als drei Jahre sein dürfen. Je nach Rechtsgebiet wird eine unterschiedliche Anzahl gefordert, im Arbeitsrecht z. B. 100, im Miet- und Wohnungseigentumsrecht 120, im Medizinrecht 60. Die bearbeiteten Fälle werden anonymisiert durch die Rechtsanwaltskammer überprüft.

Um den einmal verliehenen Fachanwaltstitel behalten zu können und sicherzustellen, dass der Fachanwalt immer auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung ist, muss er pro Kalenderjahr eine Weiterbildung von 10 Std. nachweisen, ab 2015 sind es 15 Stunden. Auch dies wird durch die Rechtsanwaltskammer jährlich überprüft

Verfügt ein Rechtanwalt also über eine Fachanwaltsbezeichnung kann der Mandant sicher sein, dass dieser auf dem Rechtsgebiet nicht nur eine große Anzahlt von Fällen bereits bearbeitet hat, sondern sich auch regelmäßig weiterbildet und dass diese Pflicht zur Weiterbildung überprüft wird.

Ein weit verbreiteter Irrglaube vieler Rechtssuchender besteht in der Annahme, dass ein Fachanwalt sich nur in dem Rechtsgebiet seiner Fachanwaltschaft auskennt bzw. tätig ist. Hier verkennt der Rechtssuchende, dass es sich um eine zusätzliche besondere Qualifikation handelt, die den Fachanwalt auszeichnet. Sie führt nicht dazu, dass er auf anderen Rechtsgebieten über geringe Kenntnisse als ein Rechtsanwalt ohne diese Zusatzqualifikation verfügt.

 Die Bearbeitung von Fällen im z. B. Kauf- und Vertragsrecht ist auch für einen Fachanwalt in der Regel tägliches Handwerk.

Neben diesen fachlichen Aspekten, die ein Rechtssuchender bei der Auswahl seines Anwaltes beachten sollte, kommt es aber immer auch darauf an, welchen ersten Eindruck man von seinem neuen Anwalt hat. Klappt es mit der Terminvereinbarung, ist der Anwalt für Rückfragen telefonisch erreichbar, informiert er den Mandant über den Bearbeitungsstand, übersendet er ihm alle notwendigen Unterlagen? Und nicht zuletzt spielt auch die Sympathie eine große Rolle.


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